Tag des frischen Atems – 4 einfache Tipps gegen Mundgeruch

20.08.2021

Ob beim Küssen oder einem Gespräch unter vier Augen, Mundgeruch ist für das Gegenüber in jedem Fall unangenehm. Betroffene selbst merken oft nicht, dass ihr Atem unangenehm riecht. Und Familie, Freunde oder Kollegen trauen sich häufig nicht, das peinliche Thema anzusprechen. Zu groß ist die Angst, die Betroffenen zu verletzen. Dabei leidet jeder Vierte in Deutschland unter dem lästigen Problem. Mundgeruch, in der Fachsprache Halitosis genannt, kann ganz unterschiedliche Ursachen haben. Mit einigen Tipps und Tricks kann man etwas dagegen tun bzw. vorbeugen. 

Das können die Ursachen für Mundgeruch sein

Fast jeder kennt das Problem – Mundgeruch taucht häufig in Zusammenhang mit bestimmten Lebensmitteln auf. Knoblauch, Zwiebeln oder Alkohol gehören zu den Übeltätern, die den unangenehmen Geruch verursachen können. Das ist zwar lästig, aber nicht weiter schlimm. Bedenklich wird es, wenn Menschen dauerhaft unter fauligem Mundgeruch leiden. Das ist nicht nur belastend, sondern es können auch gesundheitliche Probleme dahinterstecken. Deshalb ist es umso wichtiger, den Ursachen für andauernden schlechten Atem auf den Grund zu gehen. 

Die Gründe für Halitosis sind vielfältig. In fast 90 Prozent der Fälle entsteht schlechter Atem im Mund. Nur selten sind HNO-Probleme oder der Magen für Mundgeruch verantwortlich. Wichtige Faktoren sind auch die Zusammensetzung des Magen- und Darmmikrobioms und des Mundmikrobioms.

Häufige Ursachen für die "üble Luft" sind:

  • Zahnbelag aufgrund mangelnder Zahnhygiene
  • Zungenbelag wegen schlechter Zungenhygiene
  • mangelhafte Prothesenpflege
  • Karies, Zahnfleischtaschen oder andere Mundkrankheiten
  • Essensrückstände zwischen den Zähnen
  • trockener Mund durch verminderten Speichelfluss
  • Entzündungen der Mundschleimhaut oder des Zahnfleischs
  • Mandelentzündungen oder andere Infektionen im Nasen-Rachen-Raum
  • Abszesse oder Tumoren im Mundraum
  • Parodontitis

 

Seltene Ursachen für Mundgeruch können auch sein:

  • Erkrankungen im Magen-Darm-Trakt
  • Störungen der Darmflora - beispielsweise durch Lebensmittelunverträglichkeiten
  • Hormonschwankungen
  • schwefelhaltige Medikamente
  • Medikamente, die die Speichelflussrate reduzieren
  • Allgemeinerkrankungen wie Diabetes, Nierenversagen und Lebererkrankungen
  • einseitige Ernährung
  • zu geringe Trinkmenge pro Tag
  • Stress

Erster Ansprechpartner bei anhaltendem Mundgeruch ist in jedem Fall der Zahnarzt. Falls dieser die Ursache nicht ausfindig machen kann, wird er Sie zur weiteren Untersuchung zu einem entsprechenden Facharzt überweisen. 

So lässt sich Mundgeruch einfach feststellen

Ein großes Problem beim Thema Mundgeruch: Viele wissen gar nichts von ihrem übelriechenden Atem. Selbst kann man den eigenen Mundgeruch nämlich meist nicht wahrnehmen. Mit viel Glück wird man dezent darauf hingewiesen. Selten aber trauen sich Mitmenschen, das Thema anzusprechen, das leider für viele immer noch ein Tabu ist. Wenn Sie den Verdacht haben, dass Ihr Atem schlecht riecht, sollten Sie Ihren Zahnarzt darauf ansprechen. Manche Praxen haben eigene Sprechstunden zum Thema Mundgeruch. Viele Zahnärzte haben außerdem die Möglichkeit, eine objektive Geruchsmessung durchzuführen, um Mundgeruch zu erkennen – beispielsweise mit einem sogenannten Halimeter. Dieses Gerät misst den Anteil flüchtiger Schwefelverbindungen in der ausgeatmeten Luft. In jedem Fall kann eine professionelle Untersuchung beim Zahnarzt Unsicherheiten beim Thema Mundgeruch aus dem Weg räumen. 

Beim Zahnarzt möglich: Die objektive Geruchsmessung | Quelle: c.fauntleroy, pexels

Mit diesen 4 Tipps ist Mundgeruch Geschichte

 

TIPP 1: Umfangreiche Mundhygiene ist das A & O. Bitte die Zunge nicht vergessen!

Ohne die richtige Mundhygiene geht gar nichts. Dazu zählt weit mehr als nur zwei- bis dreimal täglich Zähneputzen inklusive der Reinigung der Zahnzwischenräume mit Zahnseide. Daneben sollten Sie auch die Reinigung der Zunge nicht vernachlässigen. Besser als die Zahnbürste sind dafür spezielle Zungenreiniger geeignet. Zusätzlich kann ein Zungengel die Reinigungswirkung erhöhen. So einfach geht's: Das Zungengel auf dem Zungenrücken verteilen, kurz einwirken lassen und von hinten nach vorne säubern. 

Die kieferorthopädische Behandlung stellt eine zusätzliche Herausforderung hinsichtlich der Mundhygiene dar. Bei einer festen Zahnspange können sich Essensreste zwischen den Brackets, Drähten oder Gummiketten verfangen. Zusätzlich zur Zahnreinigung mit der Zahnbürste werden kleine Zahnzwischenraumbürstchen (Interdentalbürsten) und die Verwendung einer Mundspülung angeraten.

Bei der Behandlung der Zahnkorrekturschienen (Alignern) wird oft ein trockner Mund beobachtet, der zu Mundgeruch führen kann. Neben der gründlichen Reinigung der Zähne und Zahnzwischenräume, ist die gründliche Reinigung der Aligner mit einer separaten Zahnbürste und Zahnpasta wichtig. Für unterwegs kann ein Zahnpflegekaugummi oder Mundwasser Abhilfe schaffen. Damit der Mund nicht austrocknet, ist regelmäßiges Wassertrinken in kleinen Schlucken sinnvoll (siehe Tipp 2). 

Wichtig: Alle Utensilien für die Zahn- und Zungenreinigung sollten regelmäßig gesäubert und ausgetauscht werden, da sich sonst Bakterien auf der Oberfläche sammeln. Wenn Sie sich unsicher sind, welche Pflegeprodukte sich am besten eignen, fragen Sie beim nächsten Zahnarztbesuch oder beim Kieferorthopäden nach. 

Das Lebenselixier Wasser hilft bei Mundgeruch I Quelle: unsplash

TIPP 2: Mit gesundem Speichelfluss und ausreichend Wasser gegen Mundgeruch

Ein trockener Mund ist eine relativ häufige Ursache für Mundgeruch. Ein kontinuierlicher Speichelfluss spielt deshalb eine zentrale Rolle bei der Bekämpfung von schlechtem Atem. Er sorgt dafür, dass die Schleimhäute nicht austrocknen, wirkt antibakteriell und dient der Neutralisierung des Mundraums, z.B. nach säurehaltigen Lebensmitteln. Bei trockenem Mund gilt es zunächst, die Ursache ausfindig zu machen. Häufig stecken Nasenatmung oder Flüssigkeitsmangel dahinter. Anregen kann man den Speichelfluss mit Zitrusfrüchten, ballaststoffreichen Lebensmitteln, ausreichend Wasser oder Kaugummis.

Wichtig: Trinken Sie 2-3 Liter Wasser pro Tag! 

TIPP 3: Verzichten Sie auf bestimmte Lebensmittel

Einige Nahrungs- und Genussmittel erzeugen einen schlechten Atem. Vermeiden sollten Sie Tabak, Alkohol, Kaffee, Knoblauch, Zwiebeln, Thunfisch und Erdnüsse. Einige aromatische Kräuter und Gewürze (z.B. Thymian, Minze oder Petersilie) haben hingegen einen gegenteiligen Effekt. Ebenso sorgen säurehaltige Nahrungsmittel wie Äpfel und Zitronen für einen frischen Atem.

TIPP 4: Regelmäßige Besuche beim Zahnarzt

Ein Besuch beim Zahnarzt hilft, die Ursachen von Mundgeruch zu erkennen und die richtige Behandlungsmethode zu finden. Für gesunde Zähne und frischen Atem sind regelmäßige Routineuntersuchungen beim Zahnarzt unumgänglich. Auch das hilft, Mundgeruch gezielt vorzubeugen, beispielsweise durch eine professionelle Zahnreinigung. Der Spezialist erkennt frühzeitig, wenn eine Parodontitis entsteht. Denn auch diese entzündliche Erkrankung des Zahnhalteapparats kann Mundgeruch verursachen. 

FAZIT

Vorsorgen ist IMMER besser als behandeln.

 

Quellen:

  • Broschüre der Bayerischen Landeszahnärztekammer (BLZK): Mundgeruch?
  • Wu J, Cannon RD, Ji P, Farella M, Mei L. Halitosis: prevalence, risk factors, sources, measurement and treatment - a review of the literature. Aust Dent J. 2020 Mar;65(1):4-11. doi: 10.1111/adj.12725. Epub 2019 Nov 15. PMID: 31610030.
  • Sanz M, Roldán S, Herrera D. Fundamentals of breath malodour. J Contemp Dent Pract. 2001 Nov 15;2(4):1-17. PMID: 12167916.
  • Das Gesundheitsportal medondo.health
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